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Wer ist eigentlich Rolf Wagemann?

Ein fanatischer Musikliebhaber? Ein ernannter Jazz Papst? 
Oder doch „nur“ ein überzeugter Gelsenkirchener, dem durch die Liebe zum Jazz keine Hürde unüberwindbar scheint?

Wie alles begann

Bereits seit der frühen Kindheit, im Alter von neun Jahren, war er  vom gepflegten Sound der Chris Barber Band, den kratzig-aufgekratzten frühen Louis-Armstrong-Nummern und Mr. Acker Bilk’s dezent-charmanten Klarinettenklängen angetan. Dann begann er selbst in einer Amateur-Jazzband den Kontrabass zu zupfen und die Beigeisterung zum Jazz wuchs und wuchs. So war es nur eine Frage der Zeit, bis er seinen organisatorischen Fähigkeiten freien Lauf ließ und die ersten Veranstaltungen waren geboren.
 

Die ersten Schritte

Erst nur im „kleinen Rahmen“, begann sich Rolf Wagemann in der neu gebauten Teestube des Revierpark Nienhausens, in dem er auch seit 1980 als Technischer Bereichsleiter tätig ist, musikalisch „auszutoben“. Regelmäßig konnten hier verschiedene Bands ihr Können unter Beweis stellen. 1979 gründete er dort den „Jazz Arbeitskreis“ als erster Vorsitzender und rief 1980 den Karneval of Jazz, heute bekannt unter „New Orleans of Mardi Gras“, ins Leben.

Hot House Jazz Club (I)

Schließlich gründete er 1986 seinen ersten eigenen Jazzclub, den „Hot House Jazz Club“.  Zwei Jahre lang spielten zahlreiche Musiker in dem neu gegründeten Club im Gelsenkirchener Bahnhofcenter.

Die ersten Jazztage

1988 fanden die ersten Gelsenkirchener Jazztage statt, initiiert und veranstaltet von Rolf Wagemann und durchgesetzt gegen manche Anfeindung und manche Ablehnung. „Selber machen!“ hieß seine Devise, nachdem schnell klar war, dass es ein „von Oben“ gefördertes und unterstütztes Jazz-Fest nicht geben würde. So musste er Klinken putzen und Sponsoren von seiner verrückten Idee überzeugen. Obwohl es nie besonders leicht war, finanzielle Unterstützung für das Jazz-Fest zu erhalten und es manche Jahre gab, in denen es äußerst fraglich war, ob die Jazz-Tage überhaupt stattfinden können, hielt Rolf Wagemann an seinem Gedanken fest. Nämlich der Vorstellung und dem Wunsch, ein Festival zu organisieren, welches für alt und jung, schwarz und weiß, arm und reich bestimmt sein soll. Er wollte ein Straßenfest, ein riesiges. Ohne Eintritt und in Gelsenkirchen. Nicht in Düsseldorf, Dortmund oder Essen, sondern in „seiner“ Stadt.

Hot House Jazz Club (II)

Inzwischen sind es nicht nur die Jazztage, die der großen Jazzfamilie ein Zuhause bietet. Denn 1989 gründete Wagemann den Hot House Jazz Club im Maritim Hotel Gelsenkirchen neu. 

Buer Marathon

1990 wurden auch im Gelsenkirchener Stadtteil „Buer“ die Jazztage, besser bekannt unter dem Namen „Buer Marathon“, ins Leben gerufen. Zahlreichen Künstlern wurde erneut die Möglichkeit geboten, ihre Musik zu präsentieren. Doch trotz erfolgreicher Jahre scheiterte dieses Projekt an der mangelnden finanziellen Unterstützung.

Top 8

1990 fanden die ersten „TOP 8“ statt. Das heißt, Europas 8 beste Jazzmusiker beweisen bis heute im Saal des Maritim Hotel jährlich am 2. Weihnachtstag ihr Talent. 

CDU Bürgerpreis

Durch seine Entschlossenheit, Musik für Jedermann zu machen und der Stadt Gelsenkirchen ein musikalisches Gesicht zu geben, rückte der Name Wagemann immer mehr in den Vordergrund. Der erste Preis für seine Verdienste ließ nicht lange auf sich warten. 1991 erhielt er 
als erster Bürger den CDU Bürgerpreis der Stadt Gelsenkirchen.

Fats Domino

Rolf Wagemann, durch seinen Ehrgeiz, Mut und Willen Unmögliches möglich zu machen, in der Jazz Szene eher bekannt als „Jazz-Papst“, wollte noch eins „drauf setzen“. Er konnte in den Jahren 1993 bis 1995 den Weltstar Fats Domino aus New Orleans für drei Konzerte engagieren, die allesamt ausverkauft waren.

Ray Charles

Das größte Konzert fand jedoch 1994 auf dem Gelände des Revierpark Nienhausens statt, für das die damals schon lebende Legende Ray Charles verpflichtet werden konnte.

Internationales Jazz Festival Mallorca

Selbst auf der Ferieninsel Mallorca begann er, angespornt von seiner Hingebung zum Jazz, musikalisch Fuß zu fassen. Was mit einem normalen Urlaub begann, ist nun zu einer festen Institution auf der Baleareninsel geworden. Mit immer neuen Ideen im Hinterkopf und Träumen im Gepäck, war es nur eine Frage der Zeit, bis das erste Jazz Festival auf Mallorca stattfinden würde: im Jahr 1995. Und so wird bis heute die Innenstadt der mallorquinischen Stadt Cala d’Or im Monat Mai immer von den Jazzern eingenommen und beschert in einzigartiger Atmosphäre dem Zuschauer musikalischen Hörgenuss und darüber hinaus den Gastronomen volle Kassen und der Stadt volle Straßen.

Ehrenbürger der Stadt New Orleans

Aber auch jenseits des „großen Teichs“, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, warteten neue Herausforderungen. Und so reiste Rolf Wagemann immer wieder nach New Orleans, der „Vorzeige-Stadt“ in Sachen Jazz. Inspiriert durch die mitreißende Atmosphäre der Stadt, begann er Reisen für Gleichgesinnte nach New Orleans zu organisieren. Parallel dazu entdeckte er dort neue Bands und ließ sie zu Jazzveranstaltungen nach Gelsenkirchen einfliegen. Deshalb ist es für ihn eine nicht vergleichbare Ehre, dass die Stadt des Jazzes, der Ursprung seiner Musik, sich dazu entschied, ihn 1995 als Ehrenbürger der Stadt New Orleans zu ernennen.

Citypreis

1997 bedankte sich auch die Stadt Gelsenkirchen für seine Bemühungen, die Stadt ins Rampenlicht zu führen mit dem Citypreis.

Feldmarker Musikexpress

Doch Rolf Wagemann fand, dass er immer noch genug Freizeit hat. Seit Jahrzehnten lebt er mit seiner Familie in dem kleinen und gemütlichen Feldmarker Stadtteil.  Er wollte was zurückgeben. Was wäre da besser geeignet, als ein Stadtteilfest. Seit 1998 sind die Pfingsttage ein fester Termin im Kalender für die dortigen Anwohner geworden. Denn ein ganzes Wochenende lang spielen verschie-dene Bands auf einer Bühne.

Bundesverdienstmedaille

Eine sehr große Ehre war es, als er 2001 die Bundesverdienstmedaille überreicht bekommen hat. Sie wurde ihm als Zeichen für seine Bemühungen, Musik für Jedermann stattfinden zu lassen, verliehen. Außerdem waren seine sozialen Leistungen, in Not geratenen Musiker zu helfen, ausschlaggebend. 

Ludwig-Erhard-Preis

Der Ludwig-Erhard-Preis, der eine nationale Auszeichnung zur nachweisliche nachhaltigen Spitzenleistung und Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen und Organisationen verliehen wird, wurde dem "Jazz-Papst" 2002 verliehen.

Fritzel‘s Jazz Pub

Und wie so oft schließt sich irgendwann der Kreis: Seit 2005 wird auch im Fritzels Jazz Pub, der Teestube des Revierpark Nienhausens, wieder gejazzt, ganz wie in den ersten Jahren.
Ja, er ist ein fanatischer Musikliebhaber, der durch seinen Willen und seiner Überzeugung angetrieben, schon viele Träume umgesetzt hat und weiter umsetzen wird. Auch wenn es noch so schwierig scheint.
Durch seine tiefe Verbundenheit mit dem Jazz sowie seine Hingebung und Leidenschaft für den Jazz, kombiniert mit dem Wunsch, auch junge Leute für die Musik zu gewinnen und bereits bestehenden Jazz-Freunde immer wieder durch neue Auftritte von Bands zu begeistern, wurde ihm im Laufe der Jahre die Bezeichnung "Jazz-Papst" gegeben. Dies liegt wohl nicht zuletzt daran, dass er im Ruhrgebiet auch als DER Ansprechpartner Nr. 1 in Sachen Jazz gilt.